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Die bisher ältesten Funde aus dem heutigen Grazer Gemeindebezirk Straßgang, der aus den Katastralgemeinden Webling und Straßgang besteht, sind einige aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. stammende jungsteinzeitliche Objekte wie Stein- oder Hammerbeile aus der Umgebung des Buchkogels. Diese Einzelfunde zeugen von prähistorischen Holzarbeiten und/oder Jagdtätigkeiten in dieser Gegend. Eine geschlossene steinzeitliche Siedlungsstruktur in Straßgang kann allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Ebenso verhält es sich mit einzelnen Fundobjekten, wie Nadeln, Armreifen, Lappenbeilen und Lanzenspitzen, aus der mittleren Bronzezeit (1500 – 1200 v Chr.) und der Urnenfelderkultur (1200 – 800 v Chr.), die im 19. und frühen 20. Jahrhundert entdeckt wurden. Während man im Grazer Bezirk Wetzelsdorf mit den 2004 ausgegrabenen jungsteinzeitlichen Gebäuderesten auf der Bergkirche St. Johann und Paul die bisher älteste dokumentierte Wohnsiedlung der Steiermark fand, fehlen noch solche alten Besiedlungsspuren für Straßgang.

Mit der Eingliederung der keltischen Reichsbildung Noricum in das Römische Reich um 15 v. Chr. tritt auch der Ortskern von Straßgang mit dem Kirchberg am Fuß des Florianibergs erstmals deutlich als Siedlungsplatz auf. Davon zeugen eine Inschrift, drei Reliefs sowie eine vollplastische doppelte Löwendarstellung von provinzialrömischen Grabmälern, die auf eine Siedlungstätigkeit im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. hinweisen. Eine Grabhügelgruppe norisch-pannonischen Typs aus derselben Zeit, die entlang eines ansteigenden Wegs in einem bewaldeten Parzellenstreifen zwischen Martinhof- und Kehlbergstraße liegt, verstärkt diesen Eindruck noch zusätzlich. Nach der Römerzeit hinterließen im 4./5. Jahrhundert germanische und im 6./7. Jahrhundert slawische Wander- und Besiedlungsgruppen ihre Spuren im heutigen Straßgang. So hat der Name des 16. Grazer Gemeindebezirks seinen Ursprung im alpenslawischen Wort straža (= Warte, Wachturm).

Im 10. und 11. Jahrhundert ist die Entwicklung Straßgangs untrennbar mit dem bayrischen Adelsgeschlecht der Aribonen verbunden, an die die Aribonenstraße heute noch erinnern soll. Diese ließen als Grundherren entlang des westlichen Grazer Berglandes einige Orts- und Gutshofgründungen durchführen. So wurden unter ihrer Herrschaft in Straßgang die Eigenkirche St. Georg, der Vorläufer der heutigen römisch-katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria im Elend, und St. Martin, eine Eigenkirche mit Burg, gegründet.
Im Jahr 1055 kamen die Aribonengüter Straßgangs in den Besitz des Erzbistums Salzburgs, nachdem ihnen nach einer gescheiterten Rebellion gegen Kaiser Heinrich III. die Pfalzgrafenwürde, ihre Reichslehen und Teile ihrer Eigengüter in Kärnten, Steiermark und Bayern entzogen worden waren. 1074 übertrug Erzbischof Gebhard die Kirchen St. Georg und St. Martin samt den dazugehörigen Gütern an das von ihm gegründete Benediktinerstift Admont. Dieses überließ beide Kirchen dem Pfarrer von Feldkirchen, der seinen Sitz nun nach Straßgang verlegte und dort die schon erwähnte Kirche Maria im Elend erbauen ließ. Diese wurde 1140 zur selbständigen Pfarrkirche erhoben. In diesem Zusammenhang soll eine dritte Straßganger Kirche, die Rupertikirche, nicht unerwähnt bleiben. Zwar wurde sie erst 1354 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte aber vom Baubestand her, der im Kern frühromanisch, möglicherweise sogar karolingisch ist, das älteste Gotteshaus im Gebiet des heutigen Graz sein. 
In die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts fällt auch die Erweiterung des Jurisdiktionsbereichs des Grazer Stadtgerichts in Richtung Straßgang, das heute noch teilweise eine kleindörfliche Agrarstruktur mit weitläufigen Äckern, Wiesen, Feldern, Obst- und Weingärten hat. Ruhige Zeiten einer ländlichen Idylle waren vom späten 15. bis in das frühe 19. Jahrhundert allerdings eher selten. So hinterließen die Baumkirchnerfehde (1469 – 1471), eine Auseinandersetzung zwischen dem in Graz residierenden Kaiser Friedrich III. und dem Söldnerführer Andreas Baumkirchner, die Konflikte mit dem Osmanischen Reich, der Krieg der Habsburger mit Matthias I. Corvinus, dem König von Ungarn, von 1479 bis 1490, die Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken ab dem 16. Jahrhundert, immer wieder auftauchende Pestepidemien und die Belagerung von Graz durch französische Truppen im Jahr 1809 ihre Spuren in Form von Plünderungen, Brandschatzungen und Verödungen in Straßgang.

Jedoch sind für die Frühe Neuzeit nicht nur Katastrophen, sondern auch rege Bautätigkeiten nachzuweisen. So sorgte die Stiftung der beiden Reichsritter Hans III. und Georg aus dem Geschlecht der Gradner, das zwischen 1414 und 1519 für Straßgang eine ähnliche Bedeutung hatte wie die Aribonen im frühen Hochmittelalter, um 1460 herum für einen Ausbau der Pfarrkirche Maria im Elend. Des Weiteren ließ die Wittelsbacher Herzogstochter Maria Anna von Bayern, die Gattin Erzherzog Karls II. von Innerösterreich, 1597 die Florianikirche erbauen. Im 17. Jahrhundert folgte die Errichtung zahlreicher Schlösser und Edelsitze im Grazer Umland. In Straßgang zeugen die Erbauung eines Herrenhauses des Hermann Christoph von Galnstein zu Steinfels am Kehlberg oder die Erweiterung des Gutshofs St. Martin zum Schloss mit dazugehöriger Kirche davon. Ab dem 18. Jahrhundert begannen auch wohlhabende nichtadelige Grazer Stadtbürger, im heutigen 16. Grazer Gemeindebezirk Güter zu pachten oder zu kaufen, um sich dort Sommerhäuser errichten zu lassen.

Ab dem frühen 20. Jahrhundert kam es dann in Straßgang zu einem immer stärker werdenden Zuzug der Grazer Stadtbevölkerung, die im Zusammenhang mit den Industrialisierungs- und Zuwanderungsprozessen ab dem späten 19. Jahrhundert zunehmend unter Lebens- und Wohnraumknappheit litt. Damit begann die langsame, jedoch unaufhaltsame Urbanisierung der ländlichen Gemeinde Straßgang, an der die turbulenten Jahre der Zwischenkriegszeit nicht spurlos vorübergingen. So kam es in den Februarkämpfen 1934 auch dort zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Gendarmerie und Mitgliedern des Republikanischen Schutzbunds.

Vom 2. Weltkrieg blieb Straßgang auch nicht verschont. Schwere Bombenschäden an zivilen Einrichtungen und die fast vollständige Zerstörung des Schlosses St. Martin, das nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, waren die Kriegsfolgen. Doch die wohl stärkste Zäsur in der Entwicklung Straßgangs stellt zweifelsohne die Schaffung von Groß-Graz während der NS-Zeit im Jahr 1938 dar, durch die neben Straßgang auch die Gemeinden Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg und Wetzelsdorf zu Grazer Gemeindebezirken wurden. Das rasche Wachstum des 16. Bezirks in der Nachkriegszeit sowie die relativ hohe Eigenständigkeit der Bezirksteile Rudersdorf und Puntigam, die vor 1938 zur Gemeinde Feldkirchen gehört hatten, führten mit deren Ausgliederung zur Schaffung des 17. Grazer Gemeindebezirks Puntigam im Jahr 1988 und somit zur bisher letzten großen Veränderung der politisch-administrativen Struktur Straßgangs.